Über den Sinn bzw. Unsinn von Wasserfiltern

Die Werbung berichtet viel zu oft von den schädlichen Bakterien und Keimen, die sich im Trinkwasser befinden sollen. Doch dagegen soll es eine Lösung geben: Wasserfilter werden hoch angepriesen, denn sie sollen das Trinkwasser wirklich trinkbar machen. Doch was ist wirklich dran an den vermeintlichen Tatsachen, welche die Industrie den Verbrauchern vorgibt? Sind Wasserfilter tatsächlich sinnvoll?

Die Filtersysteme im Überblick
Die Werbeversprechen wirken ja schon verführerisch: Sauberes Trinkwasser, ein Genuss ganz ohne gesundheitliche Bedenken. Davon lassen sich viele Verbraucher zum Kauf der teuren Geräte überzeugen. Jedoch sind die Risiken, welche durch die verschiedenen Filtersysteme entstehen, meist größer, als die Vorteile.

1. Destilliergeräte
Diese Systeme erhitzen das Wasser auf eine Temperatur von mindestens. 100°C. Der sich bildende Wasserdampf wird aufgefangen und in ein anderes Gefäß geleitet. Mineralien, Salze und Schadstoffe werden herausgefiltert. Diese Technologie verursacht jedoch nicht nur hohe Energiekosten. Wer das Wasser regelmäßig trinkt, riskiert Mangelerscheinungen.

2. Mikrofilter
Sie halten aufgrund ihrer feinen Poren (0,2 Mikrometer) Bakterien zurück. Die Filter werden einfach auf den Wasserhahn geschraubt und schon kann das saubere Trinkwasser genossen werden. Pestizide, Chlor und Nitrat werden dadurch jedoch nicht zurückgehalten.

3. Aktivkohlefilter
Um solche Schadstoffe (nicht aber Schwermetalle) aus dem Wasser zu befreien, eignet sich ein Aktivkohlefilter besser. Jedoch muss dieser regelmäßig erneuert werden, denn sonst wird der Filter zur Bakterienschleuder. Um das Wasser auch von Schwermetallen zu befreien, wird das Membran-Verfahren genutzt. Dieses wird aber in erster Linie in Laboren oder in der Raumfahrt eingesetzt.

4. Kalkschutzgeräte
Bei diesem System wird die Enthärtung des Wasser verfolgt. Bakterien werden also nicht herausgefiltert. Doch die Wirksamkeit dieser Systeme wird durch das DVGW-Prüfzeichen bestätigt und diese Geräte sind sehr kostenintensiv. Dosieranlagen sollen ebenfalls das Wasser enthärten und vor Korrosionen schützen. Allerdings wirken diese nur bei geringen Kalkbelastungen.

Unbedenkliches Wasser durch Esoterik?
Auch die Esoterik hat eine Nische in der Trinkwasseraufbereitung gefunden. Mit der Harmonisierung und Vitalisierung soll die Qualität verbessert werden. Dies belegen sogar Gutachten. Aber Vorsicht: Die Gutachten stammen aus pseudowissenschaftlichen Quellen und sind nicht bewiesen. Hier wird der Verbraucher in hohem Maße getäuscht und in die Irre geführt.

Wasserqualität in Deutschland
Deutschland hat sehr gute Wasserqualitäten. Ursache hierfür ist die Trinkwasserverordnung, welche vorgibt, dass das Wasser frei von Krankheitserregern sein muss (§5 TrinkwV). Unbedenkliches Trinkwasser darf zudem keine chemischen Stoffe aufweisen (§6 TrinkwV).

Werden die in der Verordnung angegebenen Grenzwerte nicht eingehalten, kann der Staat über die Stilllegung der Wasserversorgung in dem betroffenen gebiet entscheiden (§9 TrinkwV). Die Wasserhärte in Deutschland liegt durchschnittlich bei 16,00 °dH. Damit ist das Wasser vergleichsweise hart. Doch auch dieser Wert ist unbedenklich für die Gesundheit. Unter anderem das WWF und Testbewertungen schreiben das die Wasserqualität in Deutschland wohl in Zukunft eher abnehmen wird.

Fazit
Wasserfilter machen dann Sinn, wenn das Wasser tatsächlich mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet ist. Das Trinkwasser in Deutschland hat eine sehr gute Qualität. Verbraucher können es also ohne Bedenken und ohne den Einsatz von Filtersystemen genießen. Die häufigste Ursache für Verunreinigungen im Trinkwasser sind veraltete Rohre in Haushalten. Hier kann ein Wasserfilter Sinn machen. Jedoch ist es wirtschaftlicher, die Ursache der Verunreinigung zu beseitigen. Wasserfilter sind im Urlaub besser aufgehoben, als in deutschen Haushalten.

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